Juden in Marokko

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REISEPROGRAMM - JUDEN IN MAROKKO:
EINE 2500 JAHRE ALTE GESCHICHTE

Auf den Spuren von Moschè Ben-Maimon und Jizhak al-Fasi

    

  • 14. bis 28. Mai 2000
  • 10. bis 24. September 2000
1. Tag: Zürich - Casablanca - Rabat

Nach einem Linienflug nach Casablanca und den Einreiseformalitäten fahren wir in die marokkanische Metropole, in welcher heute über 6 Millionen Menschen leben, und werden die weltberühmte Moschee Hassan II besichtigen. Anschliessend besuchen wir das neu eröffnete jüdische Museum und nach einem orientalischen Abendessen im Jüdischen Club fahren wir weiter in die nahe gelegene Regierungshauptstadt Rabat.

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2. Tag: Rabat/Salé

m8.jpg (9217 Byte)Im Laufe des Vormittags besuchen wir die Mellah wo Rabbi Raphael el Kawoi gewirkt hat, und wo das ehemalige jüdische Leben noch heute deutlich erkennbar ist. Anschliessend sind wir Gast in der jüdische Gemeinde und haben die Gelegenheit mit Rabbiner ein persönliches Gespräch zu führen. Wir geniessen ein ausgiebiges orientalisches Mittagessen im Centre Juive und nach einem Tee mit marokkanischem Gebäck bei einer jüdischen Familie beginnen wir unsere Stadtrundfahrt mit der Besichtigung (von aussen) des Königspalastes, dem Hassanturm sowie des Mausoleums von Mohammed V.

Weiterfahrt über den Bou Regreg nach Salé, der Schwesterstadt von Rabat, wo einst eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinde Marokkos beheimatet war. Rabbi Chajim Ben Mosche Attar, welcher durch seinen Kommentar zum Pentateuch "Or Hachajim" bekannt wurde, lebte in Salé. Besichtigung des Friedhofes und des Grabes von Rabbi Raphael Ancaoua. Auch heute noch ist Salé einer der wichtigsten jüdischen Wallfahrtsorte Marokkos. Anschliessend besuchen wir die "Collection Privée du Musée Dar Belghazi", welche eine der schönsten Judaica-Sammlung Marokkos (der Welt) beherbergt und geniessen in den Gebäulichkeiten des Museums ein typisch marokkanisches Couscous.

3. Tag: Rabat - Meknès - Volubilis

Eine herrliche Fahrt durch ausgedehnte Korkeichenwälder führt uns zur Oliven- und mesusah.jpg (5127 Byte)Königsstadt Meknès, dem ehemaligen "Jerusalem Marokkos", wo es einmal 72 Synagogen gab. 1950 lebten in Meknès noch etwa 15'000 Juden.

In Anwesenheit von Rabbiner Chaim Kesous begehen wir die alte Mellah, wo noch viele jüdische Strassennamen und noch einige Synagogen (wenn auch in einem sehr schlechten Zustand) zu finden sind. Im Laufe des späteren Nachmittages gelangen wir nach Volubilis. 1950 lebten in Meknès noch etwa 15'000 Juden. Anschliessend Besichtigung der Medinah mit dem prächtigen Bab el-Man-sour, den riesigen Getreidespeichern sowie dem Masoleum von Moulay Ismail. Anschliessend Fahrt nach Volubilis.

4. Tag: Volubilis - Moulay Jacoub - Fès (Medina)

Nach einer Besichtigung der römischen Ruinen von Volubilis mit den noch hervorragend erhaltenen, wunderschönen Mosaiken, fahren wir weiter nach Fès.

Am Nachmittag erhalten wir einen ersten Eindruck der grossartigen Medina (Altstadt) von Fès, die wohl am besten erhaltene Altstadt Marokkos (welche unter dem Schutz der UNESCO steht).

Nach einem ausgiebigen (koscheren) Couscous, in einem der schönsten traditionellen marokkanischen Restaurants in der Medina von Fès, begeben wir uns am Abend zurück in unser Hotel.

5. Tag: Fès - Sefrou

Fès ist die berühmteste jüdische Stadt Marokkos des Mittelalters. Moses Ben Maimon (Maimonides) und Rabbi Isaac Al Fassi (von Fès) lebten in der Mellah von Fès. Zusammen mit Abraham Sebag, dem Rabbiner von Fès (welcher dort aufgewachsen ist), durchstreifen wir die Mellah mit ihren denkwürdigen jüdischen Stätten.

Am Nachmittag fahren wir nach Sefrou, welches im 7. Jh. von einem jüdischen Berberstamm gegründet wurde. Wir werden begleitet von Advocat Didier Tobaly (welcher aus Sefrou stammt). Abendessen im Centre Maimonides, dem Treffpunkt jüdischen Lebens in Fès, wo wir auch die Möglichkeit haben, mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Kontakt zu kommen.

6. Tag: Fès - Beni Mellal - Marrakech

Nach einer frühen Tagwache fahren wir entlang der Nordwestflanke des Mittleren Atlas nach Beni Mellal. Sofern die Zeit reicht, machen wir einen Abstecher zum Zedernwald in Azrou. Die Reise geht weiter nach Marrakech, der märchenhaften und faszinierenden Hauptstadt des marokkanischen Südens.

Den Freitagabend, nach dem Synagogenbesuch, verbringen wir in kleinen Gruppen bei jüdischen Familien.

7. Tag: Marrakech

Am Morgen nehmen wir am Schabbat-Gottesdienst teil. Der Nachmittag ist frei und am Abend nehmen wir an einer Fantasia-Show teil.

8. Tag: Marrakech - Ausflug nach Ourika

Das Ourika Tal ist berühmt durch seine wilde und rauhe Landschaft. Auf dem Weg nach Ourika (Setti Fatma), einer alten Berbersiedlung, besuchen wir die berühmte Wallfahrts- und Grabstätte von Rabbi Salomon Bel Hens, wo noch eine jüdische Familie - Nachkommen von Rabbi Isaac Al Fassi - lebt, die nur Arabisch spricht.

Am Nachmittag besuchen wir die wunderschöne Medina von Marrakech mit dem "Platz der Gaukler" (Djemaa El Fna), wo nicht nur Schlangen, sondern auch Tascheninhalte beschworen werden!

In Marrakech stösst Herr Mourad Kusserow zu unserer Gruppe, welcher uns bis Agadir begleiten wird. Herr Kusserow, gebürtig aus Deutschland, der als Journalist in Agadir lebt, hat sich durch seine internationale jornalistische Tätigkeit über die Geschichte der Juden in Marokko sowie der jüdisch-moslemischen Vergangenheit dieses Landes ausgezeichnet.

9. Tag: Marrakech - Ouarzazate

Wir wechseln vom Bus auf Geländefahrzeuge. Durch eine landschaftlich grossartige Gegend führt uns eine kurvenreiche Strasse, vorbei an zahlreichen Bergdörfern, auf den Tizi-n-Tichka-Pass. Wir befahren eine wilde und abenteuerliche Strecke (welche von Orson Welles für seinen Fim "Sodom und Gomorrha" gewählt wurde), vorbei an der Kasbah Anemiter und Ait Benhaddou, die vielleicht schönsten des Landes, nach Ouarzazate.

10. Tag: Ouarzazate - Taroudannt

Im Laufe des Vormittags geht die Reise auf einer farbenprächtigen und abwechslungsreichen Strecke am Djebel Siroua vorbei weiter nach Taroudannt, wo einst Rabbi David Ben Baroukh lebte. Auf dem Weg dorthin besuchen wir in Tazenakht einen mitten in der Wüste gelegenen, alten jüdischen Friedhof, in Taliouine und Aoulouz einige alte jüdische Stätten sowie die sehr alte, aber renovierte Synagoge in Souk-Khemis d'Arazzane. Die Gegend von Taroudannt ist auch berühmt durch die grossen Etrog-Plantagen, von wo diese Früchte - welche sich durch höchste Qualität auszeichnen - in die ganze Welt (vor allem natürlich nach Israel und die USA) exportiert werden.

11. Tag: Taroudannt - Tafraout - Col du Kerdous

Wir durchqueren die herrliche Gegend des Anti-Atlas und geniessen den Anblick von bizzaren Felsformationen. Tafraout, eine kleine Oasenstadt mit noch zwei uralten (zerfallenen) Synagogen, zählt wegen seiner einmaligen Landschaft zu den schönsten Orten Marokkos.

12. Tag: Col du Kerdous - Ifrane de L'Anti Atlas - Tiznit - Agadir

Weiter geht die Reise mit Geländefahrzeugen nach Ifrane de L'Anti Atlas. Die Geschichte lehrt uns, dass in Ifrane de L'Anti Atlas seit der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung eine jüdische Bevölkerung ansässig war. Wir besuchen dort die älteste Synagoge Marokkos. Der nahe gelegene Friedhof wird heute noch verehrt und wegen seiner magischen Kräfte "gefürchtet". Im Jahre 1775 sollen sich dort 50 jüdische Märtyrer dem Befehl eines grausamen Berberfürsten zur Annahme des Islams widersetzt und damit den Feuertod vorgezogen haben.

13. Tag: Agadir - Essaouira - Agadir

Auch heute noch nennen die Marokkaner Essaouira (Mogador), wegen seiner jüdischen Vergangenheit "die Mellah Marokkos". Essaouira ist berühmt durch seinen alten Friedhof und die alte Synagoge, wo früher Rabbi Chaim Pinto lehrte.

Zurück in Agadir nehmen wir am Freitagabend-Gottesdienst teil und sind anschliessend zu Gast bei jüdischen Familien zum Nachtessen.

14. Tag: Agadir

Zum letzten Mal haben wir die Möglichkeit an einem sephardischen Gottesdienst teilzunehmen. Am Nachmittag sind wir eingeladen in der Küche von Frau Kusserow (einer Berberin) an einem speziell für uns durchgeführten Kochkurs (Couscous) teilzunehmen.

15. Tag: Agadir - Casablanca - Zürich

Jetzt gilt es Abschied zu nehmen von einem interessanten und faszinierenden Land. Unser Flug führt uns von Agadir via Casablanca nach Zürich.

Änderungen vorbehalten


SOUND AND PICTURES:
SLIDESHOW MAROKKO