1. Tag: Zürich - Casablanca - Rabat
Nach einem Linienflug nach Casablanca und den Einreiseformalitäten fahren wir
in die marokkanische Metropole, in welcher heute über 6 Millionen Menschen leben, und
werden die weltberühmte Moschee Hassan II besichtigen. Anschliessend besuchen wir das neu
eröffnete jüdische Museum und nach einem orientalischen Abendessen im Jüdischen Club
fahren wir weiter in die nahe gelegene Regierungshauptstadt Rabat.

2. Tag: Rabat/Salé
Im Laufe des
Vormittags besuchen wir die Mellah wo Rabbi Raphael el Kawoi gewirkt hat, und wo das
ehemalige jüdische Leben noch heute deutlich erkennbar ist. Anschliessend sind wir Gast
in der jüdische Gemeinde und haben die Gelegenheit mit Rabbiner ein persönliches
Gespräch zu führen. Wir geniessen ein ausgiebiges orientalisches Mittagessen im Centre
Juive und nach einem Tee mit marokkanischem Gebäck bei einer jüdischen Familie beginnen
wir unsere Stadtrundfahrt mit der Besichtigung (von aussen) des Königspalastes, dem
Hassanturm sowie des Mausoleums von Mohammed V.
Weiterfahrt über den Bou Regreg nach Salé, der Schwesterstadt von Rabat, wo
einst eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinde Marokkos beheimatet war. Rabbi Chajim Ben
Mosche Attar, welcher durch seinen Kommentar zum Pentateuch "Or Hachajim"
bekannt wurde, lebte in Salé. Besichtigung des Friedhofes und des Grabes von Rabbi
Raphael Ancaoua. Auch heute noch ist Salé einer der wichtigsten jüdischen Wallfahrtsorte
Marokkos. Anschliessend besuchen wir die "Collection Privée du Musée Dar
Belghazi", welche eine der schönsten Judaica-Sammlung Marokkos (der Welt) beherbergt
und geniessen in den Gebäulichkeiten des Museums ein typisch marokkanisches Couscous.
3. Tag: Rabat - Meknès - Volubilis
Eine herrliche Fahrt durch ausgedehnte Korkeichenwälder führt uns zur Oliven-
und
Königsstadt Meknès, dem ehemaligen "Jerusalem
Marokkos", wo es einmal 72 Synagogen gab. 1950 lebten in Meknès noch etwa 15'000
Juden.
In Anwesenheit von Rabbiner Chaim Kesous begehen wir die alte Mellah, wo noch
viele jüdische Strassennamen und noch einige Synagogen (wenn auch in einem sehr
schlechten Zustand) zu finden sind. Im Laufe des späteren Nachmittages gelangen wir nach
Volubilis. 1950 lebten in Meknès noch etwa 15'000 Juden. Anschliessend Besichtigung der
Medinah mit dem prächtigen Bab el-Man-sour, den riesigen Getreidespeichern sowie dem
Masoleum von Moulay Ismail. Anschliessend Fahrt nach Volubilis.
4. Tag: Volubilis - Moulay Jacoub - Fès (Medina)
Nach einer Besichtigung der römischen Ruinen von Volubilis mit den noch
hervorragend erhaltenen, wunderschönen Mosaiken, fahren wir weiter nach Fès.
Am Nachmittag erhalten wir einen ersten Eindruck der grossartigen Medina
(Altstadt) von Fès, die wohl am besten erhaltene Altstadt Marokkos (welche unter dem
Schutz der UNESCO steht).
Nach einem ausgiebigen (koscheren) Couscous, in einem der schönsten
traditionellen marokkanischen Restaurants in der Medina von Fès, begeben wir uns am Abend
zurück in unser Hotel.
5. Tag: Fès - Sefrou
Fès ist die berühmteste jüdische Stadt Marokkos des Mittelalters. Moses Ben
Maimon (Maimonides) und Rabbi Isaac Al Fassi (von Fès) lebten in der Mellah von Fès.
Zusammen mit Abraham Sebag, dem Rabbiner von Fès (welcher dort aufgewachsen ist),
durchstreifen wir die Mellah mit ihren denkwürdigen jüdischen Stätten.
Am Nachmittag fahren wir nach Sefrou, welches im 7. Jh. von einem jüdischen
Berberstamm gegründet wurde. Wir werden begleitet von Advocat Didier Tobaly (welcher aus
Sefrou stammt). Abendessen im Centre Maimonides, dem Treffpunkt jüdischen Lebens in Fès,
wo wir auch die Möglichkeit haben, mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Kontakt zu
kommen.
6. Tag: Fès - Beni Mellal - Marrakech
Nach einer frühen Tagwache fahren wir entlang der Nordwestflanke des Mittleren
Atlas nach Beni Mellal. Sofern die Zeit reicht, machen wir einen Abstecher zum Zedernwald
in Azrou. Die Reise geht weiter nach Marrakech, der märchenhaften und faszinierenden
Hauptstadt des marokkanischen Südens.
Den Freitagabend, nach dem Synagogenbesuch, verbringen wir in kleinen Gruppen
bei jüdischen Familien.
7. Tag: Marrakech
Am Morgen nehmen wir am Schabbat-Gottesdienst teil. Der Nachmittag ist frei und
am Abend nehmen wir an einer Fantasia-Show teil.
8. Tag: Marrakech - Ausflug nach Ourika
Das Ourika Tal ist berühmt durch seine wilde und rauhe Landschaft. Auf dem Weg
nach Ourika (Setti Fatma), einer alten Berbersiedlung, besuchen wir die berühmte
Wallfahrts- und Grabstätte von Rabbi Salomon Bel Hens, wo noch eine jüdische Familie -
Nachkommen von Rabbi Isaac Al Fassi - lebt, die nur Arabisch spricht.
Am Nachmittag besuchen wir die wunderschöne Medina von Marrakech mit dem
"Platz der Gaukler" (Djemaa El Fna), wo nicht nur Schlangen, sondern auch
Tascheninhalte beschworen werden!
In Marrakech stösst Herr Mourad Kusserow zu unserer Gruppe, welcher uns bis
Agadir begleiten wird. Herr Kusserow, gebürtig aus Deutschland, der als Journalist in
Agadir lebt, hat sich durch seine internationale jornalistische Tätigkeit über die
Geschichte der Juden in Marokko sowie der jüdisch-moslemischen Vergangenheit dieses
Landes ausgezeichnet.
9. Tag: Marrakech - Ouarzazate
Wir wechseln vom Bus auf Geländefahrzeuge. Durch eine landschaftlich
grossartige Gegend führt uns eine kurvenreiche Strasse, vorbei an zahlreichen
Bergdörfern, auf den Tizi-n-Tichka-Pass. Wir befahren eine wilde und abenteuerliche
Strecke (welche von Orson Welles für seinen Fim "Sodom und Gomorrha" gewählt
wurde), vorbei an der Kasbah Anemiter und Ait Benhaddou, die vielleicht schönsten des
Landes, nach Ouarzazate.
10. Tag: Ouarzazate - Taroudannt
Im Laufe des Vormittags geht die Reise auf einer farbenprächtigen und
abwechslungsreichen Strecke am Djebel Siroua vorbei weiter nach Taroudannt, wo einst Rabbi
David Ben Baroukh lebte. Auf dem Weg dorthin besuchen wir in Tazenakht einen mitten in der
Wüste gelegenen, alten jüdischen Friedhof, in Taliouine und Aoulouz einige alte
jüdische Stätten sowie die sehr alte, aber renovierte Synagoge in Souk-Khemis
d'Arazzane. Die Gegend von Taroudannt ist auch berühmt durch die grossen Etrog-Plantagen,
von wo diese Früchte - welche sich durch höchste Qualität auszeichnen - in die ganze
Welt (vor allem natürlich nach Israel und die USA) exportiert werden.
11. Tag: Taroudannt - Tafraout - Col du Kerdous
Wir durchqueren die herrliche Gegend des Anti-Atlas und geniessen den Anblick
von bizzaren Felsformationen. Tafraout, eine kleine Oasenstadt mit noch zwei uralten
(zerfallenen) Synagogen, zählt wegen seiner einmaligen Landschaft zu den schönsten Orten
Marokkos.
12. Tag: Col du Kerdous - Ifrane de L'Anti Atlas - Tiznit - Agadir
Weiter geht die Reise mit Geländefahrzeugen nach Ifrane de L'Anti Atlas. Die
Geschichte lehrt uns, dass in Ifrane de L'Anti Atlas seit der Zerstörung Jerusalems durch
die Babylonier im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung eine jüdische Bevölkerung
ansässig war. Wir besuchen dort die älteste Synagoge Marokkos. Der nahe gelegene
Friedhof wird heute noch verehrt und wegen seiner magischen Kräfte
"gefürchtet". Im Jahre 1775 sollen sich dort 50 jüdische Märtyrer dem Befehl
eines grausamen Berberfürsten zur Annahme des Islams widersetzt und damit den Feuertod
vorgezogen haben.
13. Tag: Agadir - Essaouira - Agadir
Auch heute noch nennen die Marokkaner Essaouira (Mogador), wegen seiner
jüdischen Vergangenheit "die Mellah Marokkos". Essaouira ist berühmt durch
seinen alten Friedhof und die alte Synagoge, wo früher Rabbi Chaim Pinto lehrte.
Zurück in Agadir nehmen wir am Freitagabend-Gottesdienst teil und sind
anschliessend zu Gast bei jüdischen Familien zum Nachtessen.
14. Tag: Agadir
Zum letzten Mal haben wir die Möglichkeit an einem sephardischen Gottesdienst
teilzunehmen. Am Nachmittag sind wir eingeladen in der Küche von Frau Kusserow (einer
Berberin) an einem speziell für uns durchgeführten Kochkurs (Couscous) teilzunehmen.
15. Tag: Agadir - Casablanca - Zürich
Jetzt gilt es Abschied zu nehmen von einem interessanten und faszinierenden
Land. Unser Flug führt uns von Agadir via Casablanca nach Zürich.
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