Die ersten jüdischen Siedler in Nordamerika
waren hauptsächlich sephardischer Abstammung, welche ursprünglich in Spanien und
Portugal lebten. Im Jahre 1492 wurden sie gezwungen entweder zum Christentum überzutreten
oder das Land zu verlassen. Die damals nach Südamerika ausgewanderten Juden wurden von
den im Jahre 1654 nach Brasilien eindringenden Portugiesen wiederum bedroht und verliessen
den südamerikanischen Kontinent Richtung Norden. Viele "strandeten" in der
Karibik und im Herbst 1654 landeten die ersten Juden in New York, dem damaligen
"Nieuw Amsterdam". Sie erhielten jedoch vom damaligen Gouverneur Peter
Stuyvesant eine Aufenthaltsbewilligung nur unter der Bedingung, dass sie der
Öffentlichkeit nicht zur Last fallen würden.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wuchs die jüdische
Bevölkerung nur langsam. Infolge der Amerikanischen Revolution verliessen viele Juden das
unsichere New York und zogen zum grossen Teil nach Philadelphia. Zwischen 1820 und 1850
wanderten mehr als 200.000 Juden aus dem deutschen Sprachgebiet ein. Zum grossen Teil
eröffneten sie kleine Geschäfte (Sweatshops), welche der Grundstein zu grossen
Warenhäusern wie z.B. Macy's, B.Altman oder Bloomingdale werden sollten.
In der Periode 1880 bis 1924 erreichte die dritte
Einwanderungswelle den amerikanischen Kontinent. Es handelte sich in erster Linie um
Menschen aus Osteuropa und Russland, welche den blutigen Progromen und der Armut zu
entrinnen versuchten. Im Jahre 1924 betrug die jüdische Bevölkerung in den USA 4.5
Millionen Menschen davon ungefähr ein Drittel in New York. Sie lebten vorwiegend in der
Lower East Side, welche zur traditionellen ersten Station jedes jüdischen Immigranten
wurde.
Während den Depressionsjahren und im darauffolgenden II.
Weltkrieg hatten auch die Juden schwer zu kämpfen. Trotz ihrer teilweise sehr schlechten
persönlichen Situation bemühten sie sich intensiv um die Einwanderung und Eingliederung
ihrer bedrohten Glaubensbrüder aus Europa. Heute leben etwas mehr als zwei Millionen
Menschen jüdischen Glaubens in New York. In den Jahren nach der grossen Einwanderung aus
dem vom Nationalsozialismus gepeinigten Europa hat sich ein intensives jüdisches Leben in
sämtlichen wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen und politischen
Bereichen entwickelt.